Direkt zum Inhalt Direkt zur Hauptnavigation

07/06/2017

Verkehrsbranche will sich vernetzen: „Mobility inside“ wird zur bundesweiten Plattform für Tickets, Tarife und Kundeninfos

Die öffentlichen Verkehrsunternehmen und ihr Branchenverband VDV gehen in die digitale Offensive. Mit „Mobility inside“ wird eine gemeinsame Plattform geschaffen, die bundesweit eine Vernetzung der unterschiedlichen Tarife, Tickets und Fahrplaninformationen im öffentlichen Nah- und Fernverkehr möglich macht. Im Rahmen der VDV-Jahrestagung in Hannover zeigen die Initiatoren erste Umsetzungsbeispiele. „Der Zugang zu Bus und Bahn, die in Deutschland von vielen hundert Unternehmen und Verbünde betrieben werden, soll durch diese Plattform signifikant vereinfacht werden. Das ist nicht nur Wille der europäischen und deutschen Gesetzgeber, sondern auch gut für die Fahrgäste und damit für die Branche. Denn so können neue Kunden für den öffentlichen Verkehr gewonnen werden und für bestehende Fahrgäste wird die bundesweite Nutzung unserer Angebote einfacher“, so VDV- Hauptgeschäftsführer Oliver Wolff.

Die Plattform Mobility inside ist dabei nicht als Konkurrenz oder Ersatz zu bestehenden Apps und digitalen Services der Verkehrsunternehmen gedacht, sondern als gemeinsames Angebot der Branche. Dort soll die Vernetzung der vielen unterschiedlichen Tarif- und Auskunftssysteme, die es momentan am Markt gibt, im Hintergrund stattfinden. Ziel ist es, dass die Fahrgäste künftig auch weiterhin die ihnen bekannte App ihres Verkehrsunternehmens nutzen, dann allerdings auch um bundesweit Fern- und Nahverkehrstickets sowie weitere Mobilitätsangebote zu buchen. Außerdem bietet Mobility inside kleineren ÖPNV-Unternehmen die Möglichkeit sich einer Buchungs- und Auskunftsplattform anzuschließen, ohne eigene Entwicklungs- und Implementierungskosten. „Es geht um eine effiziente Vernetzung bereits bestehender Vertriebswege und um die Etablierung digitaler Angebote, wo es sie noch nicht gibt. Mobility inside ist als Branchenlösung auf Augenhöhe mit diskriminierungsfreiem Zugang und einer wirtschaftlichen Orientierung angelegt. Im Mittelpunkt stehen dabei immer die Kunden und die direkte Buchbarkeit der Mobilitätsprodukte von Tür zu Tür“, so VDV-Vizepräsident Prof. Knut Ringat.

Neue Plattformanbieter erhöhen den Druck auf die Branche

Zusätzlicher Handlungsdruck auf die etablierten Auskunfts- und Vertriebskanäle der Verkehrsunternehmen und –verbünde entsteht durch die wachsende Anzahl an digitalen Mobilitätsangeboten der Plattformökonomie. Diese Anbieter haben dabei oft gar kein Interesse, die Verkehrsleistung, also das Fahren mit Bussen und Bahnen, vor Ort selber zu organisieren. Ihnen geht es vielmehr darum, die Kunden auf ihre Plattformen zu holen, um ihnen neben der Information und dem Verkauf einer Mobilitätsleistung auch gleich noch weitere Dienste und Produkte anzubieten. „Es geht um die Frage, wer künftig über die Kundendaten verfügt, um den Fahrgästen entsprechende Angebote zu unterbreiten. Unsere Branche genießt als einer der größten öffentlichen Dienstleister Deutschlands dabei einen Vertrauensvorsprung bei den Kunden, den es zu nutzen gilt“, so Wolff.

Die meisten ÖPNV-Fahrgäste sind über Jahre und regelmäßig Kunden ihrer lokalen und regionalen Verkehrsunternehmen, wodurch die Unternehmen ihre Fahrgäste sehr genau kennen. Diese gewachsenen Kundenbeziehungen sollen, so Wolff, durch die Branchenplattform Mobility inside gestärkt werden. Das sei auch im Interesse der Fahrgäste, weil sie damit den ihnen bekannten und lokal verankerten Mobilitätsanbieter weiterhin nutzen könnten. „Wir sehen anhand der Schnelligkeit, mit der sich der Markt dieser Plattformen entwickelt, dass es keine sinnvolle Alternative zur digitalen Transformation in diesem Bereich gibt. Mobility inside ist ein wesentlicher Schritt dazu, spätestens 2019 muss es möglichst flächendeckend umgesetzt sein“, so Wolff abschließend.

Hinweis

Bei der diesjährigen VDV-Jahrestagung wird Mobility inside im Rahmen des Forums „Digitale Vernetzung“ am 08.06. um 14:30 Uhr ausführlich vorgestellt und diskutiert.

Weitere Infos zur Vernetzungsinitiative finden Sie außerdem online unter
http://www.mobilityinside.de